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AUF EMPFANG
Moderner Detektor – 19 dB sind drin!
Detektor-Geräte – ohne Verstärkung, mit
Kopfhörer – waren in der Frühzeit des
Rundfunks weit verbreitet. Bei Dunkel-
heit konnte man auf Frequenzen weiter
entfernt vom Ortssender – besonders
wenn er durch einen Sperrkreis gezähmt
wurde – einige Fernsender hören, die
sich aber nur schlecht voneinander tren-
nen ließen.
Um ein Maximum an Leistung von der
Antenne an den Kopfhörer zu bringen,
muss beim Detektorempfang sowohl auf
der HF- als auch auf der NF-Seite Anpas-
sung vorliegen. Dies dämpft den
Schwingkreis ziemlich stark und führt zu
einer schlechten Trennschärfe.
Mit etwas abgewandeltem Schaltungs-
prinzip und unter Verwendung moderner
Komponenten kann der rein passiv arbei-
tende Detektor allerdings Hervorragen-
des leisten.
funkempfängern üblich. Etwa um diesen
Faktor steigen Trennschärfe und Emp-
findlichkeit des Detektors an.
Zur Demodulation des AM-Signals erge-
ben moderne Schottky-Dioden die besten
Resultate
(Bild2)
. Die übliche Art, bei
der die Diode mit dem in Reihe liegenden
Kopfhörer zwecks Anpassung an eine An-
zapfung der Schwingkreis-Spule gelegt
wird, ist hier nicht dienlich.
Abgriffe reduzieren Kreisgüte
Jede Anzapfung reduziert die Kreisgüte.
Außerdem läge sie bei einem Resonanz-
widerstand von ca. 500 k
"
sehr tief. Bes-
ser ist es, wenn die Diode an den Hoch-
punkt des Kreises gelegt und der Kopfhö-
rer über einen modernen NF-Übertrager
an sie gekoppelt wird. Eine solche Schal-
tung macht die Übertragerverluste von
1...2dB mehr als wett.
Um bei schwachen HF-Signalen eine An-
passung der Diode an die 500k
"
des
Kreises zu erreichen, sollte der Null-
punkt-Widerstand dieser ebenfalls etwa
diesen Wert aufweisen. Da dieses R auch
der NF-Quellenwiderstand ist, sind für
die NF-Eingangsimpedanz des Übertra-
gers zwecks Anpassung gleichfalls einige
hundert k
"
anzustreben.
diesmal kapazitiv gekoppelten Kreis zu
erweitern („triple tuning“). Die Leis-
tungsfähigkeit des Dreifach-Bandfilters
wird durch eine im Betriebszustand ge-
messene –20-dB-Bandbreite von z.B.
11kHz bei 1MHz deutlich.
Für eine Abschwächung meiner zwei Lo-
kalsender im unteren Frequenzbereich ist
ein schmalbandiger Absorptionskreis – als
eine Art Notchfilter – induktiv angekop-
pelt. Mit Dreifach-Bandfilter ist er prak-
tisch aber überflüssig.
Wenn wie üblich eine einzige Spule für
den MW-Bereich gewählt und mit einem
Drehko abgestimmt wird, nimmt die
Bandbreite vom unteren zum oberen Fre-
quenz-Ende um den Faktor zehn zu. Da-
mit die Änderung kleiner bleibt, ist der
Bereich drei Mal unterteilt. So ergibt sich
ein konstanteres Empfindlichkeits-
/Trennschärfe-Verhältnis über dem Ge-
samtfrequenzbereich.
Als Kopfhörer eignen sich übliche hoch-
ohmige Typen mit 15k
"
Impedanz oder
ein Kristallhörer. Zusätzliche Empfind-
lichkeit lässt sich mit amerikanischen
„Sound-Powered“-Kopfhörern [3] errei-
chen. Sie benötigen nur etwa 1pW, um
ein hörbares Signal zu erzeugen.
Verglichen mit einem früher gebauten
Detektorgerät besitzt der skizzierte
Empfänger mit genanntem Kopfhörer
eine um 19dB höhere Empfindlichkeit
und eine vierfach geringere Bandbreite.
Bild1:
Ansicht des zwei-
bzw. dreikreisigen
Detektor-Fernempfängers
Güte steigert Trennschärfe
Eine der wichtigsten Verbesserungen be-
steht darin, die Güte der Schwingkreise
möglichst hoch zu gestalten, um dadurch
die Trennschärfe und Empfindlichkeit zu
steigern. Detektor-Fans in den USA ver-
wenden deshalb große Luftspulen, oft mit
15...20cm und mehr Durchmesser [2].
Beiträge für
„Auf Empfang“
an:
Thomas Schubaur,
DL1TS
Am Hansenhohl 9,
86470 Thannhausen
Tel. (0 8281) 79 82 30
Fax (0 82 81) 79 82 31
dl1ts@dar
c.de
Bild2:
Schottky-Diode statt
Germanium – einer von
vielen Tricks, die satte
19dB bringen
Mit dem Detektor gelang
es dem Verfasser,
während des „Xtal Set
DX Contests“ der „US
Xtal Set Society“ im
Januar, 191 verschiedene
MW-Sender zu empfan-
gen und das beste
Ergebnis zu erzielen [1].
ODX: Djidda aus Saudi
Arabien auf 1512kHz
(4300km). Als Antenne
diente eine vertikale
Rechteck-Schleife (73m
Umfang) und eine
Vertikal von 43m Länge,
wobei die HF-Litze
durch (Spielzeug-)
Ballons aufgelassen
wurde. Diese Ballon-
Antenne – windstilles
Wetter vorausgesetzt –
liefert etwa 8dB Gewinn
gegenüber der Schleife.
Die Wicklung besteht meist aus HF-Litze
mit bis zu 700 Einzeladern. Spulengüten
von 1000 lassen sich so erreichen. Der
Autor nutzt für die Spulen kleine Ferrit-
Kerne der Firma Epcos (Typen 18×11
und RM6, Material M33), die bei MW
Güten bis 600 ermöglichen
(Bild1)
.
Für die Leerlauf-Schwingkreisgüten misst
man bei ihrer Verwendung Werte von
400 bis 500, was Resonanzwiderständen
im Bereich von 500 k
"
entspricht. Das
ist drei- bis viermal höher als in Rund-
Für hohe Trennschärfe ist der Empfänger
als Zweikreiser mit induktiv (kritisch) ge-
koppeltem Bandfilter ausgelegt. Das ex-
terne Magnetfeld der Ferrit-Spulen ist
hinreichend groß, um eine solche Kopp-
lung zu ermöglichen. Da bei Dunkelheit
zahlreiche DX-Sender sehr stark einfal-
len, kann der Empfang im unmittelbaren
Nachbarkanal aber trotz der zwei Kreise
schwierig bis unmöglich werden.
Deshalb besteht die Möglichkeit, das
Bandfilter bei Bedarf um einen dritten,
Berthold Bosch, DK6YY
berthold.bosch@ruhr-uni-bochum.de
Literatur und Bezugsquellen
[1] Informationen zum „Xtal Set DX
Contest“: www.thebest.net/wuggy
[2] Detektoren und ihre
Verbesserungsmöglichkeiten:
http://uweb.superlink.net/bhtongue
[3] Kopfhörer mit geringem
Leistungsbedarf:
www.crystalradio.net/soundpowered
CQ DL 6-2003
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gasma
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